Einblicke in die Mithilfe von Ehrenamtlichen bei der Maschinen-Restaurierung

 

Über 150 Frauen und Männer betätigen sich ehrenamtlich am TECHNOSEUM, einige von ihnen leisten wichtige Unterstützung etwa bei Restaurierungsarbeiten. Coronabedingt ruht dieses freiwillige Engagement derzeit. Günter Löser, Ingenieur im Ruhestand und seit 2019 ehrenamtlich am Museum tätig, nutzt die Zeit, um seine Mithilfe bei mehreren Projekten in einer kleinen Serie vorzustellen – von der Dampfturbine über eine Kältemaschine bis hin zu einem Motor:

Günther Theis mit den Ehrenamtlichen Peter Maurer, Günter Löser und Hans Schaafhausen vor der Dampfturbine

Günther Theis mit den Ehrenamtlichen Peter Maurer, Günter Löser und Hans Schaafhausen (v.l.n.r.)

„Ab dem 17. Juni ist die neue Ausstellung zum Thema Energie zu sehen. In der bisherigen Ausstellung stand eine Dampfturbine aus dem Jahr 1963 auf der Fläche – und im Schatten der großen Dampfmaschine nebenan. Diese Turbine sollte in der neuen Ausstellung ansprechender präsentiert werden. Da ich mich in meinem Berufsleben intensiv mit Turbinen beschäftigt habe, war mein Betätigungsfeld gefunden. Hinzu kam ein Team, das mit viel Spaß und Freude die Aufgaben anpackte: Zuerst natürlich Restaurator Günther Theis. Mit großem Sachverstand hütet er unsere Truppe. Bewundernswert, seine Geduld mit uns, den vier Ehrenamtlichen: Peter Maurer, Hans Schaafhausen, Alfred Weidenauer und mir.

Bei dem kompakten Kraftpaket handelt es sich um eine kleine Gegendruck-Industrieturbine, ca. 730 kW Leistung, ausreichend für einen kleineren Industriebetrieb oder 200 bis 300 Haushalte. Will man so hohe Leistungsdichten haben, braucht man hohe Drehzahlen, hier immerhin 16.435 Umdrehungen pro Minute. Da wird selbst ein Formel 1-Motor blass vor Neid.

Um die Turbine umzubauen, mussten wir sie zuerst zerlegen. Keine einfache Aufgabe, denn es handelt sich um eine Gleichdruckturbine in Topfbauweise. Das heißt, wir können nicht einfach ein Gehäuseoberteil vom Gehäuseunterteil trennen. Nein, die ganze Maschine muss senkrecht gestellt werden, um dann in einer ganz bestimmten Reihenfolge zerlegt zu werden. Dass viele Schrauben nur mit großem Kraftaufwand und die Schrumpfringe mit einem selbstkonstruierten Spezialwerkzeug zu lösen waren, machte die Sache nicht einfacher. Die Herausforderung: eine erfolgreiche Demontage ohne Beschädigung der Bauteile – damit bei der Wiedermontage ein attraktives Ausstellungsstück entsteht. Am Ende war es dann doch geschafft und die Turbine in ihre Einzelteile zerlegt. Ich dachte damals an die alte Waschmaschine meiner Eltern, die ich als Jugendlicher zerlegt und wieder zusammengebaut hatte. Sie funktionierte zwar nicht mehr, aber es blieben genügend Ersatzteile für eine weitere Reparatur übrig.“